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Ball der Wirtschaftsjunioren SZ 2004-12-07
Trotz Panne viel Spaß
VON SZ-MITARBEITERIN KATHRIN WERNO
Sehen und gesehen werden, Kontakte knüpfen und auffrischen und zu Walzer, Foxtrott und Cha-Cha-Cha übers Parkett schweben - darum ging es den 800 Gästen beim Wirtschaftsball in der BMW-Niederlassung Saarbrücken.
Saarbrücken. Noch mal dem Herrn Gemahl die Fliege zurecht gerückt - alles klar für den Auftritt beim Wirtschaftsball, Jahr für Jahr eines der größten Gesellschaftsereignisse im Saarland und fester Bestandteil im Terminkalender vieler Damen und Herren von Rang und Namen. Kein Wunder, dass die edlen Roben - enge Korsagen mit weiten, langen Röcken und Cocktail-Kleider mit Pailetten waren angesagt - Begrüßungsthemen waren.

Doch mit Spannung wurde auch die neue Location des Balls erwartet: Nach fünf schönen Jahren in der Mercedes-Benz Niederlassung Saar waren die Ausrichter, die Wirtschaftsjunioren Saar, in die BMW-Niederlassung umgezogen. "Unser Konzept sieht es vor, alle paar Jahre den Standort zu wechseln", erklärte Winfried Weinem, Vorsitzender der Wirtschaftsjunioren. Ein wunderschönes Ambiente mit Kerzenlicht, runden Tischen mit Rosenblätter-Dekoration und weinroten Hussen um die Stühle präsentierte die BMW-Verkaufshalle den 800 Gästen, 100 mehr als im Vorjahr. 100 weitere Interessenten standen auf der Gästeliste, die Karten für das Ballereignis waren in wenigen Tage vergriffen. An jedes Detail war gedacht: "Nobel, das ist ja wie bei der Oscar-Verleihung", freuten sich die Besucher über das Begrüßungsgeschenk, eine edle Christbaumkugel.

Nach der offiziellen Eröffnung durch Winfried Weinem und den Schirmherrn, Saar-Wirtschaftsminister Hanspeter Georgi, eröffnete dieser mit Ehefrau Ingrid die schillernde Ball-Nacht mit dem traditionellen Walzer. Sofort wurde es eng auf dem Parkett - viele Paare zog es zu den Rhythmen des Alan Best Orchestra's auf die Tanzfläche. Walzer, Foxtrott und Rumba waren Thema an den Tischen, aber auch: Durst. Schon bei der Begrüßung war der Sekt ausgegangen, und viele Besucher warteten noch um halb zehn auf ihre Getränke. Auch vom viergängigen Gala-Diner war nichts zu sehen. Vereinzelt kam nach zwei Stunden der zweite Gang: Lamm-Consommé mit Quarkklößchen. Die Vorspeise, geräucherter Lachs an Salatbouquet, wurde wenige Minuten später serviert. Sonderbar. Aber man war froh, dass man überhaupt etwas auf dem Teller hatte. Und das war auch nur den Wirtschaftsjunioren zu verdanken, die die Ärmel hochkrempelten, ihre Gäste bedienten und Einsatz und Teamgeist zeigten. Vorstandsvorsitzende standen plötzlich in der Küche des überfordert wirkenden Party-Services und trugen Tabletts an ihre Tische.

Die Meisten nahmen das Missgeschick locker: "So bin ich auch mal von meinem Chef bedient worden", sagte Alexandra Stöckle und lachte. Einige Gäste waren aber auch sichtlich verärgert - bei einem Kartenpreis von 65 Euro verständlich. Nichtsdestotrotz war die Stimmung ungebrochen; bis in den frühen Morgen heizte die Band "Brass Machine" ein. "Der Wirtschaftball ist einfach ein schöner Jahresabschluss, man kann sich mit Unternehmern mal in anderer Atmosphäre unterhalten und richtig schön tanzen", so Marco Meiers.